Geschichtliches von der Brunower Dorfkirche

 
 
 
 


Bei der ersten urkundlichen Erwähnung Brunows im Jahre 1347 wird ein Pfarrer Peter zu Brunow genannt. Zu jenem Zeitpunkt hat es schon etwa 100 Jahre lang hier eine Kirche gegeben, worauf auch das gleichmäßige Feldsteinmauerwerk am Kirchenschiff hindeutet. Nach der Reformation um 1540 gehörte die Kirche zur Mater Klobbicke, 1650 zu Heckelberg, danach zu Trampe. 1775 war sie eine Filia von Wölsickendorf, seit 1787 bis heute wieder Tochterkirche von Heckelberg.

Nach dem 30jährigen Krieg war Brunow gänzlich verwüstet und wurde jahrelang so gut wie nicht kirchlich versorgt. Die alte Feldsteinkirche war ausgebrannt und wurde erst 1719 durch den Patron Christoph von Herold wieder hergerichtet. Dabei vergrößerte man die Fenster und hängte die auf dem Friedhof liegende Glocke in den neu errichteten Turm. In den nächsten 100 Jahren fanden verschiedene Reparaturen und Verschönerungen des Innenraumes statt. Als am 8. Oktober 1834 ein verheerender Brand die ganze Nordseite des Dorfes vernichtete, brannte die Kirche erneut aus. Unter Benutzung der stehen gebliebenen Außenmauern ließ der Patron Ferdinand Zenker nach einem Plan von Landbaumeister Neubarth in Wriezen das Gebäude neu errichten. Der Turm war flach gedeckt und hatte noch keine Pyramidenbekrönung. Wetterfahne und Turmknopf fertigte der Schmiedemeister Otto Lommatsch an. In die Kugel kamen eine Urkunde und die damals gültigen Münzen. Beide Bronzeglocken stammten aus der abgerissenen Kirche in Biesow. Kanzelaltar und Gestühl wurden von Tischlermeister Herter aus Wriezen neu angefertigt.

Am 7. August 1894 ging über Brunow ein schweres Unwetter nieder, das die noch nicht geernteten Feldfrüchte zerstörte. Mehrere Gebäude wurden beschädigt. Ein Stall des Kossäten Gläser brannte aus. Der obere Teil des Kirchturms wurde umgeworfen und durchschlug das Dach des Kirchenschiffes. Der Patron, Rittergutsbesitzer Adolf Zenker, ließ nun den Turm wieder aufbauen und ihn mit einer Pyramidenspitze bekrönen. Die übrigen Gemeindeglieder stifteten die kupferne Turmkugel, in die eine Kupferkapsel mit einer Turmknopfurkunde und den Münzen von 1874 bis 1893 gelegt wurde. Auf dieser von dem Gutsinspektor Rechlin geschriebenen Urkunde stehen die Namen der Personen, die mit einer Geldspende zum Wiederaufbau des Turmes beigetragen haben. Außerdem ist eine Zeichnung vom äußeren Aussehen des Kirchturms vor seiner Zerstörung beigefügt.

Nach 114 Jahren wurden im Oktober 2008 der Turmhelm und dessen Bekrönung grundlegend erneuert. Bei den Bauarbeiten zeigten sich Spuren einiger Reparaturen, die während dieser langen Zeit notwenig waren. Der vorgefundene Turmknopfinhalt wird in eine neue Kupferkapsel eingelötet, zusammen mit den Dokumenten und Münzen der Gegenwart. Wenn in ferner Zeit die Holmstange mit dem Turmknopf und der Wetterfahne wieder einmal herabgeholt werden muss, geben die Beigaben in der Kapsel Zeugnis ab von der allgemeinen Lage in der Brunower Gemeinde und von der Erneuerung des Kirchturms im Jahre 2008.

Dr. Reinhard Schmook
Leiter des Oderlandmuseums Bad Freienwalde (Oder)
10. Oktober 2008

 
 
Wetterfahne  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
     

Impressum/ Sitemap/ Kontakt/ Home/ © Amt Falkenberg-Höhe 26.05.2011